Ayurveda bei rheumatoider Arthritis

Während noch vor 20 Jahren Ayurveda aus europäischer Sicht fast ausschließlich im Kontext von Yoga, Meditation und Wellness gesehen wurde, wird die indische Heillehre inzwischen immer mehr als ernst zunehmendes systematisches Medizinsystem erkannt. Gründe hierfür sind unter anderem die zunehmenden wissenschaftliche Publikationen und die Etablierung professioneller Ayurveda-Netzwerke. Auch von der Weltgesundheitsorganisation wird Ayurveda als medizinische Wissenschaft anerkannt und ist in seinen Ursprungländern der westlichen Medizin gleichgestellt.

In eine ayurvedische Therapie werden sämtliche Faktoren miteinbezogen, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf des Patienten auswirken können. Durch die Kombination von Therapieelementen sollen synergetische Effekte erzeugt und der Heilungsprozess unterstützt werden. Das Grundprinzip der ayurvedischen Lehre, die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha, können dabei als metaphorische Erklärungsmodelle verstanden werden, um die Komplexität der körperlichen Prozesse und Funktionsweisen anschaulich darzustellen.

Rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis stellen ein Spezialgebiet des Ayurveda dar. Körper- und Ernährungstherapien, Lebensstilmodifikation sowie Ausleitungs- und Reinigungsverfahren können bei der Behandlung gute Ergebnisse erzielen. Rheumatoide Arthritis unterscheidet sich von anderen Formen der entzündlichen Gelenkerkrankung dadurch, dass hier keine Infektion, sondern Autoimmunprozesse die Ursache sind. Körpereigene Substanzen werden vom Abwehrsystem des Körpers als fremd eingestuft und angegriffen.

Aus ayurvedischer Sicht ist eine Vata-Störung, im Gegensatz zur Arthrose, nicht die alleinige Ursache einer Arthritis. Auch amas, also Stoffwechselzwischenprodukte, die meist durch ein geschwächtes Verdauungsfeuer entstehen, spielen hier eine Rolle. Das oberste Ziel ist hier also, ama zu beseitigen und einer erneuten Entstehung in Zukunft vorzubeugen. Stoffwechselaktivierende und verdauungsfördernde Maßnahmen kommen somit als erstes zum Einsatz. Um amas abzutransportieren, werden dann die Transportfunktionen der Körperkanäle angeregt. Anschließend widmet man sich meist der Behandlung der Vata-Symptome, ähnlich der Arthrose-Therapie.

Generell ist die Behandlung mit trockener Wärme sinnvoll, also zum Beispiel erwärmte Sandbeutel oder Getreide- und Kirschkernkissen. Heilpflanzen mit scharfem oder bitterem Geschmack werden ebenfalls oft eingesetzt, z. B. Langpfeffer oder Ingwer. Diese regen den Stoffwechsel an und beseitigen ama.

Derzeit werden weltweit immer mehr kontrollierte wissenschaftliche Studien über die Wirksamkeit ayurvedischer Behandlungen durchgeführt. Vor allem die positive Wirkung ayurvedischer Kräuterpräparate bei entzündlichen Gelenkerkrankungen konnte bereits mehrfach nachgewiesen werden. Im Rahmen einer Ayurveda-Kur in Sri Lanka oder Indien werden die Behandlungen und der Ernährungsplan nach einer intensiven ärztlichen Analyse individuell festgelegt.

Quelle: Keßler, C. & Stapelfeldt, E. (2015). Ayurveda bei rheumatologischen Erkrankungen. In: arthritis + rheuma 5/2015, S. 301-305

 

21.12.2015

 

 

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Tags: Ayurveda

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